
Forschung
Wenngleich noch viele Zusammenhänge im Dunkeln liegen und nach wie vor keine medikamentöse Behandlungsmöglichkeit existiert, so wurden in den vergangenen 30 Jahren wegweisende Erkenntnisse im Verständnis des Krankheitsbildes der AN gewonnen. Die modernen Forschungsergebnisse räumen auf mit der überlieferten Überzeugung, die Familie resp. die Mutter trage Schuld an der Essstörung. Stattdessen konnte nachgewiesen werden, dass Anorexie eine genetisch veranlagte, psychobiologische Erkrankung ist, die durch ein Energiedefizit ausgelöst wird. Die Ursachen für die Entstehung des Energiedefizites wiederum sind vielfältig und von Patient zu Patientin verschieden. Im Folgenden werden die zentralen Zusammenhänge zwischen Mangelernährung und Gehirn, die Biologie der AN sowie die genetische Grundlage erläutert.
Die bisherige AN-Forschung findet/fand im klinikschen Kontext statt. Was bisher fehlt, ist außerklinische Grundlagenforschung: Was geschieht zuhause? Welches sind die größten, immer wiederkehrenden Stolpersteine bei der Gewichtsrehabilitation außerhalb der Klinik? Welche Parameter erhöhen das Risiko multipler Klinikaufenthalte? Wir haben uns zum Ziel gesetzt, diese Forschungslücke zu schließen. In einer Pilotstudie mit 56 Elternteilen konnten wir im Herbst 2025 erste Erkenntnisse gewinnen. In Kürze führen wird eine weitere, größer angelegte Untersuchung durch, um eine höhere statistische Signifikanz zu erreichen.


